Kilian Sprotte erhielt ersten Geigenunterricht mit 7 Jahren bei Prof. Isabella Petrosjan. Mit 16 Jahren verbrachte er ein prägendes Jahr in der internationalen, von Krishnamurti gegründeten Schule Brockwood Park in Südengland, wo er auch ersten Klavierunterricht bekam. Kompositionsunterricht folgte dann erstmals 1996 bei Lars-Henrik Nystén in Hamburg, danach begann er ein Kompositionsstudium zunächst in München bei Prof. Dieter Acker (1998/99).
Von 2000 - 2006 studierte er Komposition bei Prof. Younghi Pagh-Paan und Analyse, sowie Elektronische Musik bei Günter Steinke an der HfK Bremen. Zu seinen Werken gehören überwiegend instrumentale Kompositionen, aber auch Klanginstallationen und Arbeiten mit Video. Er war 2002 Stipendiat des DAAD (Centre Acanthes, Villeneuve-lez-Avignon) und erhielt in Meisterkursen mit Brian Ferneyhough und Klaus Huber wesentliche Anregungen. Im April 2003 wurde er bei den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik als Preisträger ausgezeichnet.
Neben seiner rein künstlerischen Arbeit gilt ein großer Teil seines Interesses den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet des computergestützten Komponierens. Dabei geht es ihm im Wesentlichen um eine Bereicherung des Musikdenkens durch dieses Werkzeug, eine Erweiterung der handwerklichen Möglichkeiten für das Schreiben von (evtl. durch Elektronik erweiterter) Instrumentalmusik.
Für ihn hat sich dabei Constraint-Programmierung zunehmend als besonders geeignetes Paradigma zur Beschreibung kompositorischer Fragestellungen erwiesen. Innerhalb dieses Bereichs hat er mit den meisten Kompositionsumgebungen gearbeitet und interessierte sich dann immer mehr auch für die Verwendung „allgemeiner Solver“. Dieser Weg führte ihn über Strasheela zur Programmiersprache Oz und dann weiterhin zu Gecode, für welches er eine Anbindung an Common Lisp (gecol) entwickelt.
Im Rahmen dieser Forschungen arbeitete er ein Jahr lang als chercheur invité am IRCAM, Paris und wurde mehrfach zu den internationalen Konferenzen der Komponistengruppe PRISMA als Referent eingeladen. 2006 veröffentlichte er einen Aufsatz in dem vom IRCAM herausgegebenen Band „The OM Composer's Book.1“ (Editions Delatour, France) und schrieb ein Auftragswerk für die Hamburger Camerata.
Seit September 2007 arbeitet er aktiv an PWGL, der aktuellsten Software für computergestütztes Komponieren mit. Ausserdem ist er bei headcraft systems mit Entwicklungsaufgaben an dem Web Application Framework bknr beschäftigt.
Tabellarischer Lebenslauf
| persönliche Daten: | |
| Name | Kilian Sprotte |
| Adresse/Telefon | (auf Anfrage) |
kilian.sprotte(at)gmail(dot)com | |
| WWW | http://www.kiliansprotte.de/ |
| Geburtsdatum | 24.05.1977 |
| Geburtsort | Wedel / Hamburg |
| Staatsangehörigkeit | deutsch |
| Familienstand | ledig |
| Schulbildung: | |
| 1983 - 1987 | Besuch der Grundschule Windmühlenweg, Hamburg |
| 1984 | Erster Geigenunterricht bei Prof. Isabella Petrosjan |
| 1987 - 1996 | Besuch des altsprachlichen Gymnasiums Christianeum, Hamburg |
| 1993 - 1994 | Besuch der internationalen, von Krishnamurti gegründeten Schule Brockwood Park in Südengland |
| 1993 | Erster Klavierunterricht bei Alan Rowlands |
| 1996 | Allgemeine Hochschulreife mit der Note 1,7 |
| 1996 | Erster Kompositionsunterricht bei Lars-Henrik Nystén |
| Zivildienst: | |
| 1996 - 1997 | Betreuung körperbehinderter Kinder in der Schule am Hirtenweg, Hamburg |
| Studium: | |
| 1998 - 1999 | Kompositionsstudium bei Prof. Dieter Acker an der Hochschule für Musik und Theater, München |
| 2000 - 2006 | Kompositionsstudium bei Prof. Youngi Pagh-Paan, sowie Analyse und Elektronische Musik bei Günter Steinke an der Hochschule für Künste, Bremen |
| 2002 | Stipendiat des DAAD (Centre Acanthes, Villeneuve-lez-Avignon) |
| 2003 | Preisträger bei den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik |
| 2002 | Vordiplom mit der Note 1,4 |
| 2002 - 2003 | Chercheur invité am IRCAM, Paris im Team repmus (représentation musicale) |
| seit 2003 | Mitglied der internationalen Komponistengruppe PRISMA mit mehrfachen Einladungen als Referent (Florenz, Paris, Helsinki) |
| 2006 | Diplomarbeit "Perspektiven computergestützten Komponierens" mit der Note 1,0 |
| 2006 | Diplom mit der Note 1,6 |
| Tätigkeiten: | |
| 2006 | Auftragswerk „propagation II“ für die Hamburger Camerata |
| 2006 - 2007 | Aufenthalt in Paris - Assistent von Jean-Baptiste Barrière und Jacopo Baboni Schilingi im Bereich „Computergestütztes Komponieren“ |
| seit Sept. 2007 | Mitglied des PWGL Entwickler Teams |
| seit Jan. 2008 | Lisp Entwicklung bei headcraft systems an dem Web Application Framework bknr |
| weitere Kenntnisse: | |
| Betriebssysteme | MacOSX, Linux |
| Programmiersprachen | Common Lisp, SuperCollider (sclang), Oz, Ruby, C |
| Internet | XHTML, Javascript |
| musikalische Anwendungen | OpenMusic, PWGL, SuperCollider, MAX / MSP, Sibelius |
| sonstige Anwendungen | Emacs, TeX, maxima, FileMaker, ... |
| Fremdsprachen | Englisch, Französisch, Russisch |
| Veröffentlichungen: | |
| 2006 | „Flexible Time Flow, Set-Theory und Constraints“ in „The OM Composer's Book.1“, IRCAM (Editions Delatour, France) |